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Links ist ein Labor mit pflanzlichen Wirkstoffen zu sehen, rechts am Bild ein Packshot von Sinupret eXtract mit Pflanzen, verbunden sind die beiden Bilder in der Mitte mit einem wissenschaftlichem Zeichen, Headerbild für den Beitrag Studien zu Sinupret

Sinupret® bei Rhinosinusitis: Wirkung in Studien belegt

Sinupret® ist ein pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung der akuten Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) mit Schnupfen, das sehr intensiv wissenschaftlich untersucht wurde. Sowohl präklinische Studien zur Wirkweise als auch klinische Untersuchungen am Menschen zeigen, dass Sinupret® auf vielfältige Weise Symptome der akuten Nasennebenhöhlenentzündung mit Schnupfen lindern kann. Wie das funktioniert und wie die Wirkung belegt ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Zusammenfassung Sinupret®: evidenzbasierte pflanzliche Therapie bei Nasennebenhöhlenentzündung mit Schnupfen

Sinupret® ist ein pflanzliches Arzneimittel, für das sowohl ein nachvollziehbares pharmakologisches Wirkprinzip als auch klinische Studiendaten vorliegen.1-2 Besonders umfangreich ist die Datenlage für den in Sinupret® extract enthaltenen 4-fach-konzentrierten* Trockenextrakt.3⁻⁹

Präklinische Untersuchungen zeigen, dass Sinupret® auf mehrfache Weise in das Geschehen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Rhinosinusitis) mit Schnupfen eingreifen kann. Die 5-Pflanzen-Kombination unterstützt den natürlichen Schleimabtransport, wirkt entzündungsbedingten Schleimhautschwellungen entgegen und zeigte in experimentellen Untersuchungen zudem antivirale Eigenschaften.¹⁻³˒⁷⁻⁹

Auch die klinische Wirksamkeit wurde in Studien untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Sinupret® typische Beschwerden einer akuten Rhinosinusitis wie laufende und verstopfte Nase, Druckgefühl im Gesicht und Kopfschmerzen lindern sowie die Genesung beschleunigen kann.⁴⁻⁶

 

Pharmakologische Effekte von Sinupret®

Die Beschwerden einer akuten Rhinosinusitis entstehen vor allem dadurch, dass die Schleimhäute in Nase und Nasennebenhöhlen anschwellen. Dadurch werden die natürlichen Verbindungen zwischen Nasenhöhle und Nebenhöhlen eingeengt oder verschlossen. Gleichzeitig verändert sich die Zusammensetzung des Schleims: Er wird zäher, kann schlechter abfließen und staut sich in den Nasennebenhöhlen an.

Die Folge sind typische Beschwerden wie eine verstopfte Nase, Druckgefühl in den Nebenhöhlen bzw. im Gesicht, Kopfschmerzen und eine eingeschränkte Belüftung der Nebenhöhlen. 

Mehrere präklinische Untersuchungen zeigen, dass Sinupret® an verschiedenen für die Rhinosinusitis relevanten Prozessen ansetzen kann. Die 5-Pflanzen-Kombination kann entzündungsbedingte Schleimhautschwellungen beeinflussen, die Vermehrung bestimmter Erkältungsviren hemmen und den natürlichen Reinigungsmechanismus der Atemwege unterstützen.1-3,7-9

Experimentelle Untersuchungen zeigen Effekte auf Entzündung und Schleimhautschwellung

Ein entzündlicher Prozess der Nasenschleimhaut gehört zu den zentralen Mechanismen einer verstopften Nase. Unabhängig davon, ob Viren oder Bakterien die Erkrankung auslösen, kommt es zu einer Einwanderung von Immunzellen in das Gewebe sowie zur verstärkten Freisetzung verschiedener Entzündungsmediatoren. Die Folge sind Schleimhautschwellungen, Sekretstau und die typischen Beschwerden einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Für die 5-Pflanzen-Kombination in Sinupret® konnte in einer experimentellen Untersuchung ein Einfluss auf diese entzündungsbedingten Prozesse nachgewiesen werden.7,8 Rossi und Kollegen untersuchten den Effekt verschiedener Konzentrationen von Sinupret® extract auf die Entzündungsreaktion bei einer Lungenfell-Entzündung. Dabei zeigte sich eine signifikante Verringerung des entzündlichen Sekrets sowie eine Reduktion entzündlicher Zellinfiltrationen.⁷

Darüber hinaus wurde eine verminderte Freisetzung des Entzündungsmediators Prostaglandin E₂ (PGE₂) beobachtet. Die Autoren führen diesen Effekt auf eine Hemmung des COX-2-Signalweges zurück, einem zentralen Mechanismus innerhalb der Entzündungskaskade. Höhere Konzentrationen von Sinupret® extract gingen dabei mit einer stärkeren Hemmung der Entzündungsreaktion einher.⁷**

Ergebnisse in zweiter Studie bestätigt

Diese Ergebnisse wurden in einer weiteren präklinischen Untersuchung bestätigt. Zupanets und Kollegen verwendeten hierzu ein Standardmodell zur Untersuchung entzündlicher Prozesse. Nach Auslösung einer akuten Entzündungsreaktion zeigte Sinupret® extract bereits innerhalb von 30 Minuten eine abschwellende Wirkung.⁸

Der stärkste Effekt wurde innerhalb der ersten drei Stunden beobachtet. Bemerkenswert war dabei, dass der Rückgang der entzündungsbedingten Schwellung in dieser Untersuchung mit dem Effekt von Ibuprofen vergleichbar war.⁸

Experimentell auch die Virusvermehrung gehemmt

Da die meisten akuten Nasennebenhöhlenentzündungen durch Viren ausgelöst werden, ist neben der Unterstützung des Schleimabtransports und der Beeinflussung entzündlicher Prozesse auch die Wirkung auf die Erreger selbst von Interesse.

In Untersuchungen von Glatthaar-Saalmüller und Kollegen wurde geprüft, ob Sinupret® extract die Vermehrung typischer Erkältungsviren beeinflussen kann.⁹ Hierfür wurden kultivierte humane Zellen mit verschiedenen Erkältungsviren infiziert und anschließend mit Sinupret® extract behandelt. Untersucht wurden unter anderem Grippe-Viren, Parainfluenzaviren, humane Rhinoviren, Coxsackie-Viren, Adenoviren sowie Respiratory-Syncytial-Viren (RSV).⁹

Die Ergebnisse zeigten eine Hemmung der Virusvermehrung zwischen 38,2 % und 89,1 %. Besonders ausgeprägt war der Effekt gegen RSV, Adenoviren und humane Rhinoviren, also klassische Erkältungsviren. Die Daten deuten darauf hin, dass Sinupret® nicht nur die Folgen einer Infektion beeinflusst, sondern auch direkt auf typische Erreger von Atemwegsinfekten einwirken kann.9

Verflüssigung des Schleims durch Sinupret®

Neben Entzündungsreaktionen und der Anwesenheit von Krankheitserregern spielt auch ein gestörter Schleimabtransport eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Beschwerden. Die Schleimhäute der Atemwege verfügen über einen natürlichen Reinigungsmechanismus, die sogenannte mukoziliäre Clearance. Dabei transportieren Millionen von Flimmerhärchen (Zilien) Schleim, Krankheitserreger und Fremdpartikel kontinuierlich aus den Atemwegen ab. Voraussetzung dafür ist jedoch eine ausreichend flüssige Schleimschicht.

Aktivierte Chlorid-Ionen in Atemwegsschleimhaut spielen entscheidende Rolle 

Eine unabhängige US-amerikanische Forschergruppe konnte zeigen, dass Sinupret® die mukoziliäre Clearance aktiviert, indem es den wichtigsten Transportkanal von Zellen der Atemwege stimuliert: den sogenannten CFTR-Kanal (Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator).¹

Der CFTR-Kanal reguliert den Transport von Chlorid-Ionen über die Schleimhautoberfläche. Wird seine Aktivität gesteigert, gelangen vermehrt Chloridionen in die Schleimschicht. Wasser folgt diesen Ionen passiv, wodurch sich der Flüssigkeitsgehalt des Sekrets erhöht. Die Schleimschicht gewinnt dadurch ihre physiologische Konsistenz zurück und kann wieder effektiv von den Flimmerhärchen transportiert werden. Verantwortlich für die Aktivierung des Chloridtransports sind vor allem die in Sinupret® enthaltenen Bioflavonoide.¹

Flüssigkeitsgehalt der Schleimschicht der Atemwege nimmt zu

Dass sich dieser Effekt auch direkt auf den Flüssigkeitsgehalt der Schleimschicht auswirkt, konnten Zhang und Kollegen in einer weiteren Untersuchung nachweisen. Sie analysierten mithilfe fluoreszenzmikroskopischer Verfahren die sogenannte Airway Surface Liquid (ASL), also die Flüssigkeitsschicht auf der Oberfläche der Atemwegsschleimhaut. Dabei zeigte sich, dass Sinupret® die Höhe dieser Flüssigkeitsschicht deutlich steigern kann.²

Die genannten Untersuchungen liefern damit eine anschauliche Erklärung dafür, warum sich festsitzendes Sekret unter dem Einfluss von Sinupret® leichter lösen und abtransportieren lässt.

Dosisabhängige Verflüssigung des Schleims durch Sinupret® extract

Die Wirkung der 5-Pflanzen-Kombination auf die Sekretverflüssigung konnte später auch für den in Sinupret® extract enthaltenen Trockenextrakt BNO 1016 bestätigt werden.³ In Untersuchungen an menschlichen Epithelzellen der Atemwege zeigte sich, dass die Aktivierung des Chloridtransports dosisabhängig zunimmt. Höhere Konzentrationen des Extrakts führten zu einer stärkeren Chloridsekretion und damit zu einer ausgeprägteren Verflüssigung der Schleimschicht.³**

Besserer Schleimabtransport durch aktivierte Flimmerhärchen 

Eine weitere experimentelle Untersuchung zeigt: Neben der Verflüssigung des Schleims unterstützt Sinupret® auch dessen aktiven Abtransport. Hierzu untersuchten Kreindler und Kollegen die Schlagfrequenz menschlicher Flimmerhärchen vor und nach Zugabe von BNO 1016. Die Bewegungen dieser sogenannten Zilien wurden dabei mithilfe einer Hochgeschwindigkeitskamera analysiert. Bereits 30 Minuten nach Hinzugabe von Sinupret® zeigte sich eine Zunahme der Zilienschlagfrequenz um 20 %.³

Durch die gesteigerte Aktivität der Flimmerhärchen können Schleim, Krankheitserreger und Entzündungsprodukte schneller aus den Atemwegen entfernt werden. Die oben genannten Effekte werden dadurch zusätzlich unterstützt.

Mehrfacher Wirkansatz bei Rhinosinusitis mit Schnupfen durch Sinupret®

Die präklinischen Untersuchungen legen nahe, dass Sinupret® bzw. Sinupret® extract bei Atemwegsinfekten nicht nur einen einzelnen Mechanismus beeinflusst. Die 5-Pflanzen-Kombination unterstützt den Abtransport des Schleims durch eine Verflüssigung des Sekrets sowie eine gesteigerte Aktivität der Flimmerhärchen. Zudem wirkt sie entzündungsbedingten Schleimhautschwellungen entgegen und kann die Vermehrung typischer Erkältungsviren hemmen.1-3,7-9 

Damit lässt sich vermuten, dass die verschiedenen pharmakologischen Eigenschaften an mehreren für die Rhinosinusitis relevanten Prozessen angreifen und eine nachvollziehbare wissenschaftliche Grundlage für die Anwendung von Sinupret® bei akuten Entzündungen der Nasennebenhöhlen liefern.

Wie ist die Wirkung von Sinupret® in Studien belegt?

Zusätzlich zu den gut belegten pharmakologischen Eigenschaften von Sinupret® liegen auch umfangreiche klinische Studiendaten vor, die zeigen, dass sich die beschriebenen Effekte auf Schleimtransport, Schleimhautschwellung und Symptomatik bei Patientinnen und Patienten mit akuter Rhinosinusitis relevant auswirken. Besonders umfangreich ist die Datenlage für den in Sinupret® extract enthaltenen Trockenextrakt BNO 1016.⁴⁻⁶

Zulassungsstudie mit 386 Patientinnen und Patienten

Die wichtigste klinische Untersuchung zu Sinupret® extract ist eine randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Phase-III-Studie mit insgesamt 386 Patientinnen und Patienten mit akuter viraler Rhinosinusitis.4 Die Teilnehmenden erhielten über einen Zeitraum von 15 Tagen entweder BNO 1016 oder ein Placebo. 

Zur Beurteilung der Wirksamkeit wurde der sogenannte Major Symptom Score (MSS) verwendet. Dieser erfasst die typischen Beschwerden einer Rhinosinusitis:

  • verstopfte Nase
  • Nasensekretion
  • Sekretfluss in den Rachen
  • Druckgefühl beziehungsweise Gesichtsschmerzen
  • Kopfschmerzen

Zusätzlich wurden Ultraschalluntersuchungen der Nasennebenhöhlen durchgeführt, um den Krankheitsverlauf objektiv zu beurteilen.⁴

Signifikante Verbesserung typischer Rhinosinusitis-Beschwerden

Im Verlauf der Studie zeigte sich unter Sinupret® extract (BNO 1016) eine signifikant stärkere Verbesserung des MSS als unter Placebo. Die Patientinnen und Patienten berichteten über eine deutlichere Abnahme ihrer Beschwerden, insbesondere hinsichtlich der Symptome Schnupfen, Druckgefühl und Kopfschmerzen.⁴

Die Ultraschallbefunde bestätigten die klinischen Ergebnisse. Die Entzündungszeichen in den Nasennebenhöhlen bildeten sich unter der Behandlung stärker zurück als in der Kontrollgruppe.⁴

Bis zu 3,8 Tage schneller beschwerdefrei

Neben der reinen Symptomverbesserung untersuchten die Wissenschaftler auch die Dauer bis zur Genesung. Das Ergebnis: In der mit BNO 1016 behandelten Gruppe klangen die Symptome früher ab als unter Placebo. Zum Therapieende zeigte sich ein Genesungsvorsprung von bis zu 3,8 Tagen.⁴ 

Auch Druckgefühl und Kopfschmerzen lassen schneller nach

Auch die besonders belastenden Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung, nämlich Druckgefühl und Kopfschmerzen im Bereich von Stirn, Wangen und Nasenwurzel, gingen unter Sinupret® extract deutlich früher zurück als unter Placebo, wie eine detaillierte Auswertung der Studiendaten durch Bachert und Kollegen zeigte. Bereits nach sieben Behandlungstagen bestand ein zeitlicher Vorteil von etwa zwei Tagen. Zum Ende der Behandlung lag dieser Unterschied bei bis zu fünf Tagen.⁵

Verbesserung der Lebensqualität

Neben den objektiven Symptomen wurde auch die gesundheitsbezogene Lebensqualität untersucht. Hierfür kam ein spezieller Fragebogen für Erkrankungen von Nase und Nasennebenhöhlen zum Einsatz. Bereits ab dem dritten Behandlungstag zeigte sich unter BNO 1016 eine signifikant stärkere Verbesserung der Lebensqualität als unter Placebo.⁴ Die Patientinnen und Patienten profitierten also auch im Hinblick auf ihr allgemeines Wohlbefinden im Alltag.

Gute Verträglichkeit

Die Verträglichkeit von Sinupret® extract wurde in der Studie sowohl von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten als auch von den Studienteilnehmern als gut bis sehr gut bewertet. Unerwünschte Wirkungen traten selten auf und unterschieden sich nicht wesentlich von der Placebogruppe. Die Studie bestätigt damit das günstige Verträglichkeitsprofil des Medikaments.⁴

Daten aus der Versorgungspraxis: weniger Antibiotikaverordnungen

Eine weitere Studie ging der Frage nach, ob Sinupret® spätere Antibiotika-Verordnungen reduzieren kann. Da die meisten akuten Nasennebenhöhlenentzündungen durch Viren verursacht werden, sind Antibiotika in vielen Fällen zwar nicht erforderlich. Dennoch werden sie im Praxisalltag weiterhin häufig verordnet.

Vor diesem Hintergrund untersuchten Bittner und Kollegen den Einfluss verschiedener Behandlungsstrategien auf spätere Antibiotikaverordnungen. Basis war eine retrospektive Kohortenstudie mit mehr als 200.000 Patientinnen und Patienten mit akuter Rhinosinusitis.⁶

Die Auswertung zeigte, dass Patientinnen und Patienten, die mit Sinupret® behandelt wurden, im weiteren Verlauf seltener Antibiotika benötigten. Insgesamt kamen 97,9% der behandelten Personen innerhalb des einjährigen Beobachtungszeitraums ohne zusätzliche Antibiotikaverordnung aus.⁶ Die Autoren sehen darin einen möglichen Beitrag von Sinupret® zu einem verantwortungsvollen und zurückhaltenden Antibiotikaeinsatz.⁶

Leitlinienempfehlung bei akuter Rhinosinusitis

Die Ergebnisse aus präklinischen Untersuchungen, klinischen Studien und Versorgungsdaten spiegeln sich auch in den aktuellen Leitlinien wider. Die deutsche S2k-Leitlinie Rhinosinusitis für Ärzte nennt den patentierten Pflanzenextrakt BNO 1016 (Sinupret® extract) als evidenzbasierte pflanzliche Behandlungsoption bei akuter Nasennebenhöhlenentzündung.¹⁰

Die Heilpflanzen in Sinupret® und ihre pharmakologische Bedeutung

Sinupret® enthält eine Kombination aus fünf Arzneipflanzen: Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüten, Ampferkraut, Holunderblüten und Eisenkraut. Die einzelnen Pflanzen sind pharmakologisch gut untersucht und tragen mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Gesamtwirkung bei. Entscheidend scheint dabei nicht nur die Wirkung der einzelnen Bestandteile zu sein, sondern vor allem ihr Zusammenspiel innerhalb der Pflanzenkombination.¹¹⁻¹⁵

Gelber Enzian: Bitterstoffe für die Schleimhäute

Die Wurzel des Gelben Enzians (Gentiana lutea) enthält verschiedene Bitterstoffe, darunter Amarogentin und Gentiopikrosid. Amarogentin zählt zu den bittersten natürlich vorkommenden Pflanzenstoffen überhaupt und gilt als charakteristischer Inhaltsstoff des Enzians.¹¹

Bitterstoffe regen die Geschmacksrezeptoren auf der Zunge an und lösen darüber verschiedene physiologische Reaktionen aus. Traditionell wird Enzian daher vor allem zur Unterstützung von Appetit und Verdauung angewendet. Darüber hinaus werden seinen Inhaltsstoffen entzündungsmodulierende Eigenschaften zugeschrieben.¹¹

Aufgrund seines breiten Wirkspektrums gehört der Gelbe Enzian seit langem zu den Arzneipflanzen, die auch bei Erkältungskrankheiten und Nasennebenhöhlenentzündungen eingesetzt werden.¹¹

Schlüsselblume: traditionelle Arzneipflanze für die Atemwege

Die Schlüsselblume (Primula veris) gehört seit Jahrhunderten zu den klassischen Arzneipflanzen bei Erkältungskrankheiten. Ihre Blüten und Wurzeln werden traditionell zur Unterstützung des Abhustens bei Husten mit zähem Schleim sowie bei Nasennebenhöhlenentzündungen eingesetzt. Aufgrund ihrer schleimlösenden Eigenschaften findet die Schlüsselblume bis heute Verwendung in zahlreichen pflanzlichen Arzneimitteln für die Atemwege.¹²

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen verschiedene Bioflavonoide. Bioflavonoide spielen eine wichtige Rolle für die natürlichen Reinigungsmechanismen der Atemwegsschleimhaut.¹² Gemeinsam mit den weiteren Arzneipflanzen in Sinupret® trägt die Schlüsselblume damit zur Unterstützung der mukoziliären Clearance sowie zum Abtransport von zähem Sekret aus den Nasennebenhöhlen bei.¹²

Ampfer: entzündungshemmende und schleimlösende Eigenschaften

Das in Sinupret® enthaltene Ampferkraut (Rumex acetosa) wird seit langem sowohl als Nahrungs- als auch als Arzneipflanze genutzt. Traditionell kommt es unter anderem bei Erkältungskrankheiten, Schnupfen sowie Nasennebenhöhlenentzündungen zum Einsatz.¹³

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen zählen Flavonoide, Gerbstoffe, Vitamine und weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Auch Ampfer wirkt entzündungshemmend und schleimlösend.¹³ Damit ergänzt das Ampferkraut das Wirkstoffspektrum der übrigen Bestandteile von Sinupret®. 

Schwarzer Holunder: löst den Schleim und fördert den Abtransport

Die Blüten des Schwarzen Holunders (Sambucus nigra) werden traditionell zur Linderung von Erkältungssymptomen eingesetzt.¹⁴

Holunderblüten enthalten vor allem Flavonoide, ätherische Öle, Gerbstoffe und Schleimstoffe. Flavonoide haben unter anderem schleimlösende Eigenschaften. Ätherische Öle hingegen können die Bildung dünnflüssiger Sekrete fördern und so den natürlichen Schleimabtransport unterstützen. Darüber hinaus wirken die Inhaltsstoffe des Holunders auch entzündungshemmend.¹⁴ Durch dieses Wirkspektrum ist Holunder ein klassischer Bestandteil pflanzlicher Arzneimittel bei Erkrankungen der oberen Atemwege.

Eisenkraut: sekretlösend und entzündungshemmend

Das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis) zählt seit Jahrhunderten zu den bedeutenden Heilpflanzen Europas. Bereits in der Antike und im Mittelalter wurde es bei unterschiedlichen Beschwerden eingesetzt. Zu den traditionellen Anwendungsgebieten gehören neben Erkältungskrankheiten auch Bronchitis, Mandel- und Nasennebenhöhlenentzündungen.¹⁵

Phytochemisch relevante Inhaltsstoffe des Eisenkrauts sind Iridoidglykoside, Flavonoide, Kaffeesäurederivate, Gerbstoffe und geringe Mengen ätherischer Öle. Insbesondere die Iridoidglykoside haben sekretlösende und entzündungshemmende Eigenschaften. Darüber hinaus verfügen Kaffeesäurederivate über antimikrobielle, also direkt gegen Erreger gerichtete Eigenschaften.¹⁵ Aufgrund dieses Wirkstoffspektrums wird Eisenkraut traditionell zur Unterstützung der Atemwege eingesetzt. 

Multifaktorieller Wirkansatz: wie Sinupret® die Symptome auf mehreren Wegen lindert

Die wissenschaftlichen Daten zeigen, dass Sinupret® an mehreren Stellen gleichzeitig in das Krankheitsgeschehen einer Rhinosinusitis mit Schnupfen eingreifen kann. Die enthaltenen Pflanzenstoffe fördern die Verflüssigung des Sekrets und unterstützen den natürlichen Schleimabtransport. Gleichzeitig wird die Aktivität der Flimmerhärchen gesteigert, wodurch die Selbstreinigung der Atemwege verbessert wird. Darüber hinaus wurden in präklinischen Untersuchungen entzündungshemmende, abschwellende und antivirale Effekte beschrieben. Die fünf Heilpflanzen ergänzen sich dabei in ihren pharmakologischen Eigenschaften und bilden die Grundlage für das charakteristische Wirkprofil von Sinupret®.1-3,7-15

* Eine 4-fache Konzentration ist nicht gleichzusetzen mit der 4-fachen Wirksamkeit. Die 4-fache Konzentration bezieht sich auf Ø 720 mg eingesetzte Pflanzenmischung in Sinupret extract (entspricht 160 mg Trockenextrakt) im Vergleich zu 156 mg Pflanzenmischung in Sinupret forte, bzw. auf die die Wirkeigenschaft mitbestimmenden Bioflavonoide.

**Eine dosisabhängige/stärkere Wirkung ist nicht gleichzusetzen mit einer dosisabhängigen/stärkeren klinischen Wirksamkeit.

 

Quellen

1. Virgin F, Zhang S, Schuster D et al. The bioflavonoid compound Sinupret® stimulates transepithelial chloride transport in vitro and in vivo. Laryngoscope. 2010;120(5):1051–1056.

2.Zhang S, Skinner D, Hicks SB et al. Sinupret activates CFTR- and TMEM16A-dependent transepithelial chloride transport and improves airway surface liquid depth. PLoS One. 2014;9:e104090.

3. Kreindler JL et al. (2012): The novel dry extract BNO 1011 stimulates chloride transport and ciliar beat frequency in human respiratory epithelial cultures. Am J Rhinol Allergy 26(6): 439–443.

4. Jund R et al. Efficacy and safety of BNO 1016 in acute viral rhinosinusitis. Rhinology. 2012;50(4):417–426.

5. Bachert, C. et al. (2013). Dt. Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie Bonn 8.–12. Mai 2013. Klinischer Vergleich Sinupret® extract vs. Placebo.

6. Bittner C et al. Antibiotic stewardship and treatment outcomes in acute rhinosinusitis. Postgraduate Medicine. 2023;135(6):607–616.

7. Rossi, A., et al. (2012). The novel Sinupret® dry extract exhibits anti-inflammatory effectiveness in vivo. Fitoterapia 83(4): 715–720.

8. Zupanets, IA et al. (2020). Study of the anti-inflammatory effect of the combined extract BNO 1016 in a leukotriene-dependent in vivo inflammation model. Clinical Phytoscience volume 6, Article number: 7.

9. Glatthaar-Saalmüller B, Rauchhaus U, Rode S et al. Antiviral activity and mode of action of Sinupret® against respiratory viruses. Phytomedicine. 2011;19(1):1–7.

10. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO). S2k-Leitlinie Rhinosinusitis, Registernummer 017-049. In Überarbeitung.

11. European Medicines Agency (EMA). Assessment report on Gentiana lutea L., radix.

12. European Medicines Agency (EMA). Assessment report on Primula veris L./Primula elatior (L.) Hill, flos.

13. ESCOP. ESCOP Monographs: Rumex acetosa L. (Sorrel herb). European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP), Exeter.

14. European Medicines Agency (EMA). Assessment report on Sambucus nigra L., flos.

15. ESCOP. ESCOP Monographs: Verbena officinalis L. (Vervain herb). European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP), Exeter.

Autor/-in unseres Artikels
Dr. med. Jörg Zorn, Medizinjournalist
Dr. med. Jörg Zorn
Medizinjournalist
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Berufliche Stationen:
  • Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg
  • Medizinischer Chefredakteur im wissenschaftlichen Springer-Verlag
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Medizinische Prüfung des Artikels
Dr. med. Monika Steiner, Medizinjournalistin
Medizinisch geprüft von
Dr. med. Monika Steiner
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