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Anatomie der Nase

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Nase und die Nasennebenhöhlen - ein komplexer Aufbau

Bei der Anatomie der Nase spricht man gerne von der äußeren und der inneren Nase. Das Nasenskelett und der Nasenknorpel gehören zur äußeren Nase, die Nasenhaupthöhle (inkl. Nasenmuscheln, Nasengänge, Nasenscheidewand) und die Nasennebenhöhlen bilden die sogenannte innere Nase.

Die Nasen(haupt)höhle wird durch die Nasenscheidewand in zwei Hälften getrennt. Nach hinten öffnet sich die Nasenhöhle in den Nasenrachenraum, zudem besteht eine Verbindung zum Mittelohr.

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen. Sie liegen hinter der äußeren Nase und sind mit der Nasenhöhle über enge Öffnungen, den sog. Ostien, verbunden. Zu den Nebenhöhlen gehören:

  • zwei Stirnhöhlen
  • zwei Kieferhöhlen
  • zwei Keilbeinhöhlen
  • die Siebbeinzellen (ca. 10 Kammern zwischen den Augenhöhlen)

Die Nasenhöhle und die Nasennebenhöhlen zählen mit zu den oberen Atemwegen. Ausgekleidet sind sie mit der Atemwegsschleimhaut – eine spezielle Schleimhaut, die u. a. dafür sorgt, dass unerwünschte Eindringlinge wie Bakterien, Viren, Pilze und andere Fremdkörper eingefangen und schnellstmöglich wieder abtransportiert werden.


Welche Funktion haben die Nasennebenhöhlen?

Die Aufgaben der Nasennebenhöhlen sind bis dato immer noch nicht 100%ig geklärt. Mit der Stimmbildung, wie lange Zeit angenommen, haben sie wohl weniger zu tun. Man geht davon aus, dass die Nebenhöhlen vor allem für eine Belüftung der inneren Nase sorgen und zur Gewichtsverminderung der Schädelknochen dienen sollen.

Interessant ist auch, dass die Nasennebenhöhlen zum Zeitpunkt der Geburt noch gar nicht voll ausgebildet sind. Es dauert bis zum Schulalter (und bei manchen Nebenhöhlen auch darüber hinaus), bis alle oben genannten Abschnitte vorhanden sind. Selbst auf Röntgenbildern kann man beispielsweise die Stirnhöhlen selten vor dem 5. Lebensjahr erkennen. Das ist übrigens auch ein Grund, warum kleine Kinder nur sehr selten eine Sinusitis bekommen.


Die Atemwegsschleimhaut...

Wie bereits erwähnt, sind Nasenhöhle und Nasennebenhöhlen mit einer speziellen Schleimhaut ausgekleidet, die aus dem sogenannten Flimmerepithel besteht. Hierbei handelt es sich um Millionen von Zellen mit beweglichen Flimmerhärchen (Zilien), die wie ein Rasen dicht nebeneinander liegen.

Zwischen den Zilien befinden sich einzelne schleimbildende Becherzellen, die ein wässriges Sekret produzieren, welches die Zilien umgibt. Dem dünnflüssigen Sekret aufgelagert ist dann noch eine zähflüssige Schleimschicht, in welcher sich sehr leicht Schmutz, Staub und Krankheitserreger verfangen.

... und ihr Selbstreinigungsmechanismus

Um sich von Fremdkörpern zu befreien und sich vor Infektionen zu schützen, verfügt unser Atemwegssystem über einen recht effektiven, natürlichen Selbstreinigungsmechanismus, der auch als „Mukoziliäre Clearance“ bezeichnet wird. Das Prinzip kann man sich folgendermaßen vorstellen:

In der flüssigen Sekretschicht schlagen die Zilien rhythmisch und transportieren dabei den darüber liegenden Schleim mitsamt der darin gefangenen Schmutz- und Staubpartikel bzw. Krankheitserreger in Richtung Rachen bzw. Mund. Hier wird der Schleim dann entweder heruntergeschluckt oder durch Niesen und Husten aus dem Körper befördert.


Wie entsteht eine Entzündung der Nasennebenhöhlen?

Kommt es zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung zu einer Entzündung der Schleimhaut, produziert diese verstärkt zähen Schleim. Dies führt wiederum dazu, dass die Aktivität der Flimmerhärchen nachlässt, und die Mukoziliäre Clearance zum Erliegen kommt. Das Sekret wird nicht mehr richtig abtransportiert und staut sich. Man spricht einfach ausgedrückt von einer „verstopften Nase“ oder von „verschleimten Atemwegen“.

Vom Schnupfen zur Sinusitis

Wenn das schleimige Nasensekret nicht mehr ausreichend abfließen kann, steigt allerdings auch die Gefahr, dass die engen Verbindungsgänge zwischen Nasenhaupt- und Nasennebenhöhlen verstopfen. Das Ergebnis ist dann eine klassische Kettenreaktion: Die Schleimansammlung führt zu einer schlechteren Belüftung der Nebenhöhlen, dies sorgt für eine leichtere Ausbreitung von Krankheitserregern und am Ende mündet das Ganze in einer akuten Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis​​​​​​​). Ein Krankheitsverlauf, der neben einer hartnäckig verstopften Nase vor allem mit äußerst unangenehmen Schmerzen im Bereich der Stirn, des Oberkiefers oder um die Augen herum einhergehen kann.

Bei einer typischen Sinusitis des Erwachsenenalters sind übrigens die Kieferhöhlen und die Siebbeinzellen am häufigsten betroffen, seltener trifft es die Stirnhöhlen und sehr selten die Keilbeinhöhlen.


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