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Aktualisiert am 27.09.2022

Nasen­neben­höhlen­entzündung (Sinusitis)

Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) sind die Schleimhäute der Nebenhöhlen entzündet. In den meisten Fällen ist bei Betroffenen gleichzeitig auch die Schleimhaut der Nase betroffen, wie bei einem klassischen Schnupfen oder einer Allergie – Ärzte sprechen hier von einer Rhinitis. Deshalb wird eine akute Nebenhöhlenentzündung mit Beteiligung der Nasenschleimhaut medizinisch als Rhinosinusitis bezeichnet. Vereinfacht gesagt ist damit also auch die typische Erkältung gemeint, die jeden Erwachsenen in der Regel mehrmals pro Jahr erwischt, Schulkinder sogar noch häufiger.

Akute und chronische Form

Bei der Entzündung der Nasennebenhöhlen werden zwei Formen unterschieden: Wenn die typischen Symptome weniger als zwölf Wochen anhalten, spricht man von einer akuten Rhinosinusitis. Bestehen die Beschwerden hingegen über drei Monate hinweg, liegt höchstwahrscheinlich eine chronische Sinusitis vor.

Was sind die Nasennebenhöhlen eigentlich?

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Gesichtsknochen, die mit der Nase verbunden sind. Insgesamt gibt es vier paarig angelegte Nasennebenhöhlen:

  • Stirnhöhle (Sinus frontalis)
  • Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis)
  • Siebbeinzellen (Sinus ethmoidalis)
  • Kieferhöhle (Sinus maxillaris)

Die einzelnen Hohlräume sind über kleine, mit Schleimhaut ausgekleideten Gänge mit der Nase verbunden. Über diese kann sich eine Entzündung der Nase weiter in die Nebenhöhlen ausbreiten.

Wie entsteht eine akute Nasennebenhöhlenentzündung?

Typischerweise liegt bei Betroffenen zunächst ein Erkältung (Schnupfen) vor, genauer gesagt also eine entzündliche Infektion der Nasenschleimhaut, die durch Kontakt mit einer anderen erkrankten Person ausgelöst wird. Über die Verbindungsgänge, die ebenfalls mit Schleimhaut ausgekleidet sind, breitet sich die akute Entzündung dann von der Nase weiter in die Nasennebenhöhlen aus. Am häufigsten sind die Kiefer- und die Stirnhöhlen betroffen.

Die Nebenhöhlenentzündung kann einseitig oder beidseitig auftreten und jeweils eine oder mehrere Nebenhöhlen betreffen. Oftmals lassen sich die entzündeten Nasennebenhöhlen anhand der vorliegenden Beschwerden bereits lokalisieren.

Sind Bakterien oder Viren die Ursache?

Erkältungen und in weiterer Folge dann auch akute Nasennebenhöhlenentzündungen werden in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst. Zu den häufigsten Viren gehören dabei Influenza-, Rhino-, Parainfluenza- und Coronaviren.

Bakterien sind selten die primäre Ursache der Entzündung, allerdings können diese im Krankheitsverlauf zusätzlich zum viralen Infekt, als sogenannte Sekundärinfektion, oder bei immungeschwächten Personen hinzukommen. In der Anfangsphase sind die Symptome der beiden Infektionsarten sehr ähnlich und nur schwer zu unterscheiden. Im Verlauf tritt bei bakteriellen Infektionen häufig hohes Fieber auf. Außerdem deuten einseitige Beschwerden, starke Schmerzen und eine sogenannte zweizeitige Verschlechterung im Krankheitsverlauf, also ein erneuter Schub nach kurzfristiger Besserung, auf eine bakterielle Ursache hin.

Welche anderen Ursachen kann eine Sinusitis haben?

Außer Erregern wie Viren und Bakterien, die sich über die Nasenschleimhaut in die Nasennebenhöhlen ausbreiten, gibt es noch weitere, in der Regel seltenere, Auslöser.

Allergien als Auslöser

Beispielsweise können auch Allergien die Ursache einer Rhinitis (Entzündung der Nasenschleimhaut) und teilweise auch einer Sinusitis sein. Beim klassischen Heuschnupfen treten die typischen Beschwerden saisonal auf, sprich immer dann, wenn von den jeweiligen Gräsern, Blumen, Bäumen etc. die Pollen in der Luft vorhanden sind, gegen die man allergisch ist. Bei anderen Allergien, z. B. gegen Hausstaub oder Tierhaare, immer nach Kontakt mit dem jeweiligen Allergen. Bei schweren Formen und häufigem Kontakt mit dem Allergen kann sich die Nasenschleimhautentzündung auch auf die der Nasennebenhöhlen ausbreiten und zu einer allergischen Sinusitis führen.

Vorsicht bei Zahnschmerzen

Auch eitrig entzündete Zahnwurzeln können Ursache einer Sinusitis sein. Die paarigen Kieferhöhlen (Sinus maxillaris) grenzen direkt an den Oberkiefer. Das bedeutet, dass die Zahnwurzeln nur eine relativ dünne Knochenschicht von dem luftgefüllten Hohlraum trennt. Bei einer eitrigen Entzündung der Zahnwurzeln kann es daher vorkommen, dass sich diese bis in die Kieferhöhlen ausbreitet. Typischerweise treten die Beschwerden dann nur einseitig auf, sprich auf der Seite, auf der auch der betroffene Zahn liegt.

Da die Gefahr besteht, dass sich dadurch ein dauerhafter Verbindungsgang zwischen Oberkiefer und Kieferhöhle bildet, eine sogenannte Fistel, muss in diesen Fällen schnell gehandelt werden. In der Regel ist ein operativer Eingriff mit einer chirurgischen Entfernung des Entzündungsherds notwendig.


Dauer und Krankheitsverlauf

Was sind typische Anzeichen?

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung äußert sich in der Regel durch eine verstopfte Nase und drückende Kopfschmerzen. Typischerweise werden die Kopfschmerzen beim nach vornüber Beugen des Kopfes stärker. Das liegt daran, dass beim Bücken der Druck auf die entzündeten Schleimhäute in den Nasennebenhöhlen größer wird und sich dadurch auch das Druckgefühl verstärkt.

Mehr zu den typischen Beschwerden finden Sie hier: Symptome einer Sinusitis

Wie lange dauert eine Sinusitis?

Nebenhöhlenentzündungen sind mitunter langwierig. Bei einer akuten, sprich vorübergehenden, Rhinosinusitis können die Beschwerden etwa über 10 bis 14 Tage, teilweise auch mehrere Wochen, anhalten. Neben den typischen Schnupfen-Beschwerden wie einer verstopften Nase und Kopfschmerzen treten häufig auch noch weitere Erkältungs-Symptome wie eine allgemeine Abgeschlagenheit, Fieber, Husten oder Halsschmerzen auf.

Aus akut kann chronisch werden

Bestehen die Beschwerden länger als zwölf Wochen, spricht man medizinisch von einer chronischen Rhinosinusitis. In den meisten Fällen geht die chronische Form aus vorangegangenen akuten Rhinosinusitiden hervor. Daher sollten die Beschwerden immer aufmerksam beobachtet werden und bei ausbleibender Besserung oder einer Verschlechterung zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Mehr zur chronischen Nebenhöhlenentzündung erfahren Sie hier: Chronische Sinusitis

Wie lange ist man mit einer Sinusitis ansteckend für andere?

Die Zeit, in der Betroffene mit einer akuten Sinusitis bzw. Rhinosinusitis ansteckend für andere sind, beginnt in der Regel schon wenige Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome und hält bis einige Tage nach Abklingen der Beschwerden an. Andersherum gilt das gleiche für die eigene Ansteckungsgefahr, wenn andere erkrankt sind.

Ein Schnupfen bzw. eine Nasennebenhöhlenentzündung werden durch eine Tröpfcheninfektion verbreitet. Das bedeutet, dass die Erreger beim Sprechen, Atmen oder Niesen über die Luft auf andere übertragen werden können. Auch eine indirekte Übertragung durch Schmierinfektionen ist möglich. Das heißt, dass die Erreger über Oberflächen wie Türklinken, Geldmünzen, Wasserhähne, Haltegriffe etc. auf die Hände gelangen und anschließend über Schleimhautkontakt im Mund, in der Nase oder den Augen auf andere übertragen werden können. Daher ist gründliches Händewaschen eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung von solchen Infektionen.


Welche unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Nasennebenhöhlenentzündungen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die typischen Beschwerden einer Rhinosinusitis zu lindern. Diese reichen von einfachen Hausmitteln über pflanzliche Arzneistoffe bis hin zu antibiotischen Therapeutika. Ziel der meisten Behandlungen ist es, den festsitzenden Schleim zu lösen und dadurch den Abtransport sowie die Atmung durch die Nase wieder zu erleichtern. Grundsätzlich stehen folgende Behandlungsoptionen zur Verfügung:

  • pflanzliche Arzneimittel wie Sinupret® eXtract
  • abschwellende Nasentropfen und -sprays
  • Antibiotika (nur in Ausnahmefällen notwendig) 
  • Hausmittel wie Salzlösungen und Dampf-Inhalationen 

Die einzelnen Optionen lassen sich in der Regel auch gut kombinieren. Bei einigen abschwellenden Nasentropfen und -sprays ist allerdings Vorsicht geboten, hier darf eine bestimmte Anwendungsdauer nicht überschritten werden. Wenn sich die Beschwerden unter der Therapie über mehrere Tage hinweg nicht bessern, sollten Sie lieber Ihren HNO-Arzt aufsuchen, damit die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.


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