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Nasennebenhöhlenentzündung Symptome

Aktualisiert am 19.04.2022

Lesedauer: 5 Minuten


Wie unterscheidet man Nasennebenhöhlenentzündung von Schnupfen? Was hilft bei verstopfter Nase?


Symptome einer Sinusitis – Nase zu, Gesicht schmerzt

Fast jeder Erwachsene kennt die typischen Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung, medizinisch auch Sinusitis genannt. Dazu gehören vor allem:

  • eine verstopfte Nase mit einem festsitzenden Schnupfen
  • ein Druckkopfschmerz

Doch wie kommt es überhaupt zu diesen klassischen Anzeichen bzw. Symptomen mit zum Teil starken Kopfschmerzen und sogar Zahnschmerzen? Welche entscheidende Rolle hat der Schnupfen bei der Entstehung einer akuten Rhinosinusitis? Kann eine akute Nasennebenhöhlenentzündung auch mit Komplikationen einhergehen?


Vom Schnupfen zur Sinusitis

In der feuchtkalten  Jahreszeit ist sie allgegenwärtig, die Nasennebenhöhlenentzündung. Bei einigen Menschen tritt sie bei nahezu jedem grippalen Infekt begleitend auf. Andere sind dagegen nur hin und wieder davon betroffen und müssen nur selten den Hals-Nasen-Ohrenarzt aufsuchen. Besonders unangenehm wird es, wenn aus der akuten Form der Nasennebenhöhlenentzündung eine chronische Sinusitis wird. Dann kann, zumindest ohne Behandlung, die verstopfte Nase zum Dauerzustand werden. Von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung spricht man jedoch erst, wenn die Beschwerden über mehrere Monate hinweg nicht besser werden.

Die Ursachen für Nasennebenhöhlenentzündungen sind vielfältig und auch der Verlauf ist oft sehr unterschiedlich. Anatomische Besonderheiten wie eine verkrümmte Nasenscheidewand, Nasenpolypen oder auch eine allergische Veranlagung sind nur einige der Risikofaktoren, die bei der Entstehung einer Nebenhöhlenentzündung eine zusätzliche Rolle spielen können.

Klassischer Krankheitsverlauf einer Sinusitis

Im Rahmen eines grippalen Infekts entwickeln sich die charakteristischen Symptome einer akuten Entzündung der Nasennebenhöhlen meist folgendermaßen:

Es beginnt mit einem Schnupfen. Je zäher und dickflüssiger das Sekret wird, umso mehr macht die Nase dicht und die Atmung wird deutlich behindert. Möglicherweise ist jetzt auch bereits der Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt.

Der meist durch eine virale Infektion ausgelöste Schnupfen geht nun von der Nase auf die Nasennebenhöhlen über und führt dort zu einer Entzündung. Die Nebenhöhlen sind luftgefüllte Räume, die über die Schleimhäute mit der Nase verbunden sind. Es gibt mehrere dieser Räume: Stirnhöhle, Keilbeinhöhle, Kieferhöhle und die Siebbeinzellen. Durch die Verbindung kann sich die Entzündung so leicht über die Schleimhaut auf die angrenzenden Höhlen ausbreiten. Übertragen auf ein Wohnhaus sind sie wie benachbarte Zimmer mit offenen Türen dazwischen und die Schleimhäute wären in diesem Vergleich ein durchgängiger Teppich.

Schwierige Begriffe - einfach Erklärung

Deshalb wird bei ungünstigen Bedingungen aus einem banalen Schnupfen bzw. aus einer Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis), schnell auch eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Medizinisch spricht man dann auch von der Rhinosinusitis, wenn die Entzündung beide Bereiche betrifft.

Typische Schmerzlokalisation bei akuter Sinusitis

Da die Nebenhöhlen (Kieferhöhlen, Stirnhöhlen, Siebbeinzellen, Keilbeinhöhle) allesamt im Kiefer- und Stirnbereich liegen, führt die Entzündung vorwiegend zu Schmerzen im Bereich des Gesichts und der vorderen Stirn.

Die Kopfschmerzen treten vor allem tagsüber und bei anstrengenden Tätigkeiten auf, beim nach vorne Beugen werden sie oftmals noch stärker. Der Grund ist, dass die Schwerkraft (beim Bücken) in den entzündeten Nasennebenhöhlen für einen erhöhten Druck des angestauten Sekrets auf die gereizte Nasenschleimhaut sorgt.

Typische Beschwerden sind:

  • eine verstopfte Nase und geschwollene Schleimhäute mit stark behinderter Nasenatmung - teilweise einhergehend mit einem Geruchs- und/ oder Geschmacksverlust
  • verstärkte Sekretproduktion: zunächst wässriges, später überwiegend zähes, teilweise eitriges, gelblich-grünes Sekret
  • dumpfer Druckkopfschmerz und Gesichtsschmerzen (im Oberkiefer, im Stirn- oder Augenbereich – je nach betroffener Nebenhöhle)
  • zunehmendes, starkes Druckgefühl beim Bücken bzw. beim tiefen Vorbeugen des Kopfes

Weitere Erkältungssymptome sind möglich

Im Rahmen einer akut auftretenden Nasennebenhöhlenentzündung können sich auch Allgemeinsymptome wie Fieber und weitere Erkältungszeichen wie Niesreiz, Husten, Hals-, Zahn- und Ohrenschmerzen einstellen. Oft kommt es nach dem ersten Erkältungsschub mit Abgeschlagenheit und Fieber zu einer Besserung der Beschwerden, die sich kurz darauf aber wieder verschlimmern. Dies kann ein Hinweis dafür sein, dass sich aus einer ursprünglich viralen Erkrankung eine bakterielle Infektion entwickelt hat, die ggf. sogar antibiotisch behandelt werden muss.

Besonderheiten bei Kindern

Da die Nebenhöhlen bei Kindern noch nicht voll ausgebildet sind, kann eine akute Sinusitis sehr leicht auf die angrenzenden Augenhöhlen übergreifen. Zudem besteht vor allem bei Kleinkindern die Gefahr, dass das Eitersekret bis ins Mittelohr fließt und dort eine weitere Entzündung auslöst.


Wie Sie entzündete Nasennebenhöhlen lokalisieren können

Wenn Sie sich mit dem Finger leicht auf das Gesicht klopfen, empfinden Sie im Wangen-, Augen- oder Stirnbereich einen Druck- oder Klopfschmerz. Es kann auch an mehreren Stellen wehtun, je nachdem, welche der Nasennebenhöhlen bei Ihnen betroffen sind. Natürlich wird dies auch bei der ärztlichen Untersuchung geprüft.

Zur Lokalisierung dient auch ein leichter Schlag mit der flachen Hand auf den Hinterkopf (Vorsicht: Nicht übertreiben!). Mit diesem Impuls lösen Sie bei bestehender Sinusitis einen dumpfen, stechenden Schmerz in den flüssigkeitsgefüllten Nebenhöhlen aus. Normalerweise ist dieser im vorderen Kopfbereich zu verspüren.

Häufig sind bei einer Nasennebenhöhlenentzündung die Kieferhöhlen (Sinusitis maxillaris) und die Siebbeinzellen (Sinusitis ethmoidalis) betroffen, seltener die Stirn- oder Keilbeinhöhlen.

Hier finden Sie mehr zur Anatomie der Nase und Nasennebenhöhlen.


Zu viel Schleim schlägt auch auf Stimme und Rachen

Wird in den Nasennebenhöhlen (und in der Nase) so übermäßig viel Schleim gebildet, dass er sich im Rachenbereich ansammelt, kann es zu weiteren Beschwerden kommen. Man spricht dann medizinisch vom Postnasal-Drip-Syndrom (PNDS). In diesem Fall besteht ein ständiger Zwang zum Räuspern und zum Herunterschlucken oder Ausspucken des Schleims. Der Rachen reagiert verständlicherweise gereizt und juckt häufig. Auch die Stimmbänder können durch die Entzündung in Mitleidenschaft gezogen werden. Dann ist oft Heiserkeit die Folge.

Sowohl Infektionen als auch Allergien sind häufige Auslöser für einen Postnasalen Drip. In selteneren Fällen können auch Schluckstörungen oder Schwangerschaftshormone hinter diesem Beschwerdebild stecken.

Wenn der Schleim auf diese Weise die Atemwege etwas weiter nach unten wandert, gesellt sich leicht noch ein Husten mit oder ohne Auswurf zu den genannten Beschwerden. Und außerdem können Schleim und eine Schwellung der Schleimhaut auch ein Schnarchen verursachen und zu Schlafstörungen führen.


Beschwerden, die auf Komplikationen hinweisen

Gravierende Komplikationen sind bei der akuten Form der Sinusitis zwar möglich, aber glücklicherweise sehr selten. Prinzipiell besteht die Gefahr, dass sich eine nicht adäquat behandelte, eitrige Entzündung der Nasennebenhöhlen auf benachbarte Strukturen wie die Augenhöhlen oder gar das Schädelinnere ausbreitet. Einen solch schweren Verlauf erkennt man zum Beispiel an folgenden Symptomen:

  • starke Abgeschlagenheit und Mattigkeit
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • anhaltendes, zum Teil hohes Fieber

Wandert der Prozess in die Augenhöhlen, sind häufig Sehstörungen sowie gerötete, geschwollene Augenlider (Lidödeme) die Folge.

Eine Beteiligung der Hirnhäute (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis) kann sich durch folgende Beschwerden bemerkbar machen:

  • starke Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Nacken
  • Lichtempfindlichkeit
  • Krampfanfälle

Sollten solche Symptome bei Ihnen im Rahmen einer Nasennebenhöhlenentzündung auftreten, suchen Sie umgehend eine Notaufnahme auf. Denn derartige Entzündungen müssen schnellstmöglich in einer Klinik behandelt werden. In schweren Fällen kann es sein, dass die Entzündung operativ behandelt werden muss, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In der Regel wird ein solcher Eingriff von Ärzten aus der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie durchgeführt. Das kommt aber, wie gesagt, nur äußerst selten vor.


Akute oder chronische Sinusitis?

Wir haben es eingangs bereits gesagt: Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen einer akuten und einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen. Die akute Variante der Sinusitis kann durchaus mehrere Wochen andauern. Sie kann auch mehrmals im Jahr im Rahmen eines grippalen Infekts auftreten. Erstrecken sich die Beschwerden allerdings ohne krankheitsfreies Intervall über mindestens drei Monate, handelt es sich um eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung. Diese Erkrankung kann viele Ursachen haben und ist in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde leider keine Seltenheit. Die Behandlung der chronischen Sinusitis gestaltet sich häufig etwas schwieriger als bei der akuten Form.

Lesen Sie mehr zur chronischen Nasennebenhöhlenentzündung hier.

Um zu verhindern, dass zumindest aus der akuten Erkrankung nicht irgendwann eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung wird, sollten Sie rechtzeitig vorbeugen. Häufiger Grund, dass es überhaupt erst zu der Entzündung kommt, ist ein geschwächtes Immunsystem. Deshalb ist der erste Schritt zur Vorbeugung, das eigene Abwehrsystem zu stärken. Frische Luft, sportliche Aktivitäten, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung sind dabei nur einige Punkte auf der To-Do-Liste. Auch pflanzliche Präparate wie Sinupret® eXtract können den Heilungsprozess unterstützen.


Die wichtigesten Fragen auf einen Blick

Was kann man gegen eine Nasennebenhöhlenentzündung tun?

In den meisten Fällen heilt eine akute Sinusitis von alleine wieder ab, das kann allerdings eine Zeit lang dauern. Es gibt jedoch eine Auswahl an pflanzlichen Mitteln und Nasensprays, die den Heilungsprozess unterstützen und die Beschwerden lindern.

Sinupret® eXtract beispielsweise enthält fünf, diese helfen den festsitzenden Schleim zu lösen und die Schleimhäute wieder abschwellen zu lassen. Auf diese Weise sorgt Sinupret® eXtract dafür, dass die Atmung durch die Nase wieder erleichtert wird und auch das unangenehme Druckgefühl im Kopf- und Stirnbereich nachlässt. Sinupret® gibt es in unterschiedlichen Formen, z.B. Sinupret® Saft für Kinder ab 2 Jahren. Hier findet ihr eine Übersicht der Sinupret®-Familie.

Wie lange dauert es bis eine Nasennebenhöhlenentzündung weg ist?

In der Regel heilt eine akute Sinusitis innerhalb weniger Wochen von alleine ab, aber die Beschwerden können auch mal länger andauern. Es ist in jedem Fall ratsam, den körpereigenen Heilungsprozess durch Ruhe zu unterstützen und Stress sowie große körperliche Anstrengung möglichst zu vermeiden.

Anders sieht es aus, wenn sich aus der akuten Form eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt. Davon spricht man, wenn die Beschwerden über mehrere Monate hinweg bestehen bleiben. Hier ist die Behandlung häufig deutlich schwieriger als bei der akuten Sinusitis.

Sollte man mit einer Nasennebenhöhlenentzündung zum Arzt?

Das lässt sich so pauschal schwer beantworten. Nicht jede akute Sinusitis muss ärztlich behandelt werden, in der Regel heilt die Entzündung innerhalb weniger Wochen von alleine ab.

Allerdings sollten Sie Ihre Beschwerden ernst nehmen und hellhörig werden, wenn sie sich verschlechtern oder neue hinzukommen. Denn es kann vorkommen, dass sich die Entzündung weiter auf die Augenhöhlen oder sogar bis in das Schädelinnere ausbreitet. Dann ist dringend Handlungsbedarf geboten. Treten folgende Symptome bei Ihnen auf, sollten Sie daher dringend einen Arzt aufsuchen:

  • hohes Fieber
  • starkes allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit
  • starke Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Nacken (beim nach vorne Beugen)
  • Lichtempfindlichkeit
  • Krampfanfälle

Wie schlimm kann eine Nasennebenhöhlenentzündung werden?

Die meisten akuten Nasennebenhöhlenentzündungen verlaufen ohne weitere Komplikationen, schwere Verläufe sind also die Ausnahme. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer Ausbreitung der Entzündung auf benachbarte Regionen wie die Augenhöhlen oder auch auf das Innere des Schädels.

Kommt es zu einer Beteiligung des Gehirns, spricht man von einer Enzephalitis, wenn die umgebenden Hirnhäute betroffen sind von einer Meningitis. All diese Komplikationen müssen umgehend in einer Klinik behandelt werden. In schweren Fällen kann auch eine Operation notwendig werden, das kommt jedoch selten vor.

Kann eine Nasennebenhöhlenentzündung wandern?

Ja, das ist möglich. So wie sich die Entzündung ursprünglich von der Nase selbst über die Schleimhäute auf die angrenzenden Nasennebenhöhlen ausbreiten kann, ist das auch von dort aus möglich.

Besonders gefährdet sind benachbarte Strukturen wie die Augenhöhlen, die nur eine dünne Knochenschicht von den Nasennebenhöhlen trennen. Auch eine Ausbreitung auf das Gehirn und seine Hirnhäute ist möglich, das kommt jedoch glücklicherweise nur selten vor.

Kann man eine Nasennebenhöhlenentzündung ohne Schnupfen haben?

Das ist möglich, kommt allerdings nur sehr selten vor. Eine Sinusitis wird in der Regel durch Bakterien oder Viren ausgelöst und meistens steigen diese durch eine klassische Erkältung weiter in die Nasennebenhöhlen auf.

In sehr seltenen Fällen können die Bakterien auch über andere Wege, z. B. entzündete Zahnwurzeln im Oberkiefer oder Entzündungen im Bereich der Gesichtsknochen in die Nasennebenhöhlen gelangen, dieser Verlauf stellt jedoch eine absolute Ausnahme dar.

Auch Allergien lösen manchmal eine Sinusitis aus, ohne dass dabei zwingend die typischen Erkältungssymptome auftreten müssen.

Die genannten Fälle kommen jedoch sehr selten vor, der größte Teil der Nasennebenhöhlenentzündungen entsteht nach einem klassischen Schnupfen.

Kann eine Nasennebenhöhlenentzündung einseitig sein?

In Ausnahmefällen ja. Eine mögliche Ursache sind beispielsweise Entzündung im Bereich des Oberkiefers – infizierte Zahnwurzeln oder entzündete Wunden nach einer Zahnextraktion. Die Kieferhöhlen trennt nur eine dünne Knochenschicht von den Zahnwurzeln des Oberkiefers.

Kommt es also auf einer Seite zu einem entzündlichen Prozess, der weiter in die Kieferhöhle aufsteigt, ist es möglich, dass isoliert eine Nasennebenhöhlenentzündung auf einer Seite auftritt. Im Fall der Kieferhöhle spricht man von einer Sinusitis maxillaris.


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