Verschleppte Nasennebenhöhlenentzündung – Was sind typische Symptome?
Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist unangenehm, klingt aber meist innerhalb weniger Wochen wieder ab. Doch was passiert, wenn die Beschwerden einfach nicht besser werden? Viele Betroffene fragen sich dann, ob ihre Symptome noch zum normalen Heilungsverlauf gehören oder ob es sich bereits um eine verschleppte Sinusitis handelt. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Anzeichen hierbei typisch sind und welche Risiken mit einer verschleppten Sinusitis verbunden sind.
Inhaltsverzeichnis
Symptome und Verlauf einer verschleppten Sinusitis
Was passiert, wenn man eine Nasennebenhöhlenentzündung nicht auskuriert?
Wenn eine akute Nasennebenhöhlenentzündung nicht vollständig ausheilt, spricht man von einer sogenannten verschleppten Sinusitis. Im Gegensatz zur akuten Form klingt hier die Entzündung in den Schleimhäuten nicht ganz ab, sondern bleibt über einen längeren Zeitraum bestehen – und mit ihr auch die unangenehmen Symptome.
Hauptursache für die Verschleppung ist eine zu frühe körperliche Belastung. Damit das Abwehrsystem die Krankheitserreger erfolgreich bekämpfen kann, braucht der Körper viel Ruhe und Schonung. Körperliche Anstrengung und Stress schwächen den Körper und verzögern dadurch den Heilungsverlauf. Weitere relevante Faktoren können aber auch anatomische Engstellen, Allergien oder auch bakterielle Superinfektionen sein.
Durch die fortdauernde Entzündung in der Nasenschleimhaut bleibt diese geschwollen und gereizt. Betroffene berichten häufig, dass die Symptome hartnäckig bleiben, in ihrer Intensität schwanken oder nach einer scheinbaren Besserung wiederkehren.
In schweren Fällen entwickelt sich aus der verschleppten Sinusitis durch die ständige Entzündungsreaktion eine chronische, also dauerhaft bestehende, Nasennebenhöhlenentzündung.
Mehr zur chronischen Form der Sinusitis lesen Sie hier: Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
Wie merkt man eine verschleppte Nasennebenhöhlenentzündung?
Die Symptome einer verschleppten Sinusitis sind meist sehr ähnlich zu denen der akuten Form. In der Regel sind die Beschwerden im Verlauf aber weniger stark ausgeprägt, sondern pendeln sich auf einem etwas niedrigeren Niveau ein.
Typische Symptome, die auf eine Verschleppung hindeuten:
- Langanhaltender Gesichtsschmerz und Druckgefühl: Im Gegensatz zu den meist intensiven, pochenden Schmerzen der akuten Phase beschreiben Betroffene oft ein dumpfes, ständiges Druckgefühl in den Wangen, um die Augen oder an der Stirn.
- Anhaltende oder wiederkehrende Nasenverstopfung: Die erschwerte Nasenatmung bessert sich kaum oder kehrt immer wieder.
- Post-Nasal-Drip: Hierbei fließt Sekret aus Nase und Nasennebenhöhlen den Rachen hinunter. Durch den ständigen Reiz müssen Betroffene häufig husten und/oder verspüren den Drang, sich zu räuspern. Mit der Zeit kann das durch die andauernde mechanische Reizung auch zu Halsschmerzen führen.
- Geruchs- und Geschmacksstörungen: Bei einigen Betroffenen kann es zu vermindertem Riechen und Schmecken kommen, da durch die entzündeten, angeschwollenen Schleimhäute der Geruchssinn eingeschränkt sein kann.
Müdigkeit und Konzentrationsschwäche: Die ständige Entzündungsreaktion schwächt den Körper und kann zu vermehrter Erschöpfung mit Konzentrationsproblemen führen. Hinzu kommt, dass Betroffene durch die behinderte Nasenatmung oft schlechter schlafen können und dadurch wichtige Erholung fehlt.
Wie lange dauert eine verschleppte Nasennebenhöhlenentzündung?
Eine akute Sinusitis dauert in der Regel 10 bis 14 Tage, kann in manchen Fällen aber auch mehrere Wochen anhalten.
Von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung spricht man hingegen, wenn die Beschwerden häufiger als viermal pro Jahr auftreten oder länger als 12 Wochen anhalten, ohne sich zwischendurch merklich zu bessern.
Eine verschleppte Sinusitis ist sozusagen die Zwischenform zwischen akuter und chronischer Nebenhöhlenentzündung. Für Betroffene ist die Unterscheidung oftmals sehr schwierig, da auch die Symptome in allen Formen sehr ähnlich und die Übergänge fließend sind.
Kann eine Nasennebenhöhlenentzündung die Augen befallen?
Ja, wird eine Nasennebenhöhlenentzündung nicht vollständig auskuriert bzw. nicht entsprechend behandelt, kann sich die Entzündung in die umgebenden Strukturen ausbreiten und mitunter zu ernsten Komplikationen führen.
Die Nasennebenhöhlen – insbesondere die sogenannten Siebbeinzellen und die Keilbeinhöhle – liegen in unmittelbarer Nähe zu den Augenhöhlen. Eine Ausbreitung hierhin ist zwar selten, kann aber zu gefährlichen Komplikationen bis hin zur Beeinträchtigung der Sehkraft führen.
Welche Symptome treten bei einer verschleppten Entzündung in den Augenhöhlen auf?
Wenn die Entzündung in die Augenhöhlen übergreift, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Die Anzeichen einer solchen Orbitalkomplikation oder auch Orbitalphlegmone sind deutlich schwerwiegender als die üblichen Sinusitis-Symptome und erfordern eine sofortige ärztliche Behandlung. Betroffene können folgende Beschwerden entwickeln:
- Starke Schwellung und Rötung des Augenlids und der Umgebung des Auges
- Vorwölbung des Augapfels
- Schmerzen beim Bewegen des Auges
- Eingeschränkte Augenbeweglichkeit
- Sehstörungen oder sogar ein plötzlicher Sehverlust
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
Diese Symptome signalisieren, dass sich die Infektion über die Knochenbarriere hinaus ausgebreitet hat und umgehend eine Behandlung im Krankenhaus, meist mit hochdosierten intravenösen Antibiotika und ggf. auch einer Operation, notwendig ist.

Behandlung und Hinweise bei einer verschleppten Nasennebenhöhlenentzündung
Was tun, wenn die Nasennebenhöhlenentzündung nicht weggeht?
Wenn Sie feststellen, dass Ihre Sinusitis-Symptome auch nach 14 Tagen unverändert sind oder sich sogar verschlechtern, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Dieser kann durch verschiedene Untersuchungen die genaue Ursache und das Ausmaß der Entzündung feststellen und eine zielgerichtete Behandlung beginnen.
Sie möchten gerne mehr zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten erfahren? Lesen Sie hier: Nasennebenhöhlenentzündung – Was tun?
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Kann eine verschleppte Nasennebenhöhlenentzündung zu Komplikationen führen?
Ja, die Gefahr von Komplikationen ist der Hauptgrund, warum eine verschleppte Sinusitis ernst genommen werden muss.
Bleibt die Nasennebenhöhlenentzündung länger bestehen, birgt dies in sehr seltenen, aber schwerwiegenden Fällen das Risiko, auf Nachbarstrukturen wie die Augen oder auch das Gehirn bzw. die Hirnhäute überzugreifen.
Mögliche Risiken einer verschleppten Sinusitis:
- Meningitis (Hirnhautentzündung): Symptome sind starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Fieber, Lichtempfindlichkeit.
- Hirnabszess: Eine Eiteransammlung im Gehirn, die mitunter lebensbedrohlich sein kann.
- Sinusvenenthrombose: Ein Blutgerinnsel in den Gefäßen des Gehirns.
Betroffene sollten daher bei Anzeichen wie hohem Fieber, zunehmender Nackensteifigkeit, anhaltenden Sehstörungen oder plötzlich einsetzenden, extremen Kopfschmerzen sofort einen Arzt aufsuchen.
Fazit
Eine verschleppte Nasennebenhöhlenentzündung ist mehr als nur eine hartnäckige Erkältung und kann unter Umständen zu schweren Komplikationen führen. Wenn die typischen Symptome daher länger als üblich anhalten, sollten Sie lieber einmal einen Arzt aufsuchen und der genauen Ursache auf den Grund gehen. Durch geeignete Untersuchungen kann dieser mögliche Auslöser feststellen und eine individuell abgestimmte Behandlung einleiten.
Quellen:
Chronische Nebenhöhlenentzündung – Anzeichen und Verlauf (o. D.): Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. [online] https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/nasennebenhoehlenentzuendung-chronische/anzeichen-und-verlauf.html
Nasennebenhöhlenentzündung – ab wann ist sie chronisch? (o. D.): Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. [online]Wann ist eine Entzündung chronisch? » Nasennebenhöhlenentzündung, chronische » Krankheiten » HNO-Ärzte-im-Netz » (hno-aerzte-im-netz.de)
Rhinosinusitis (S2k-Leitlinie) (2017): Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) & Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). AWMF-Registernr.: 017-049 und 053-012.
















